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 18. April, Morgen

Es war etwas Schreckliches passiert. Das war ihm klar, als er sich durch die neugierige Menschenmenge drängte, die den Weg zum Portal des Instituts versperrte. Davor standen Polizei- und Krankenwagen.
Es war Sebastian unangenehm, sich durch die Menge hindurchschieben zu müssen. Niemand sollte meinen, er gehöre zu diesem sensationslüsternen Mob. Er hasste Gaffer. Schließlich unterschied sich der Mensch von anderen Primaten auch durch die Fähigkeit, Impulse wie Sensationsgier zu kontrollieren.
Als Sebastian den Eingang erreichte, sah er, dass die großen Glastüren verschlossen waren. Vielleicht waren diese Menschen hier doch keine Gaffer, vielleicht waren es auch nur Studenten, die in ihre Vorlesung wollten und nicht ins Gebäude hineinkamen? Er klopfte gegen die Scheibe. Der Portier erkannte ihn und ließ ihn mit kummervollem Blick eintreten. Noch bevor Sebastian fragen konnte, was los sei, wurde er von einer Menschengruppe abgelenkt, die sich vor dem Fahrstuhl drängte.
Eine Angestellte des Instituts kam herüber, das Gesicht bleich wie der Tod. Eine junge Sanitäterin führte sie am Arm. Vom Fahrstuhl her wehte schwach ein süßlich-metallischer Geruch. Mehrere Polizisten standen gelangweilt neben einer Krankentrage.
Als Sebastian sich an der Menge vor dem Lift vorbeidrückte, sah er zwei Männer in orangefarbenen Overalls auf dem Dach des Fahrstuhls stehen.  [weiter]